Long time no see, wie man so schön sagt. Eigentlich sollte an dieser Stelle ein sehr ausführlicher Eintrag über den Babyschlaf und all die Methoden diesen zu „korrigieren“ stehen, sowie meine bescheidene Meinung dazu.

Allerdings bin ich etwas zu faul um auf das alles angemessen einzugehen, darum reduziere ich auf die emotionale Stellungnahme zum Thema, die kritisierten Methoden sind ohnehin zwischen den Zeilen herauszulesen :)

Die Ausgangssituation: unser Sohn schläft vom ersten Tag an in unserem Bett bzw. in einem Beistellbettchen (also ein kleines Bett, das an das große wie ein Balkon angesetzt wird), er wird Tag und Nacht nach Bedarf gestillt (also immer wenn er es möchte), bekommt zum Einschlafen Tag und Nacht alle „Hilfsmittel“, die dazu nötig sind (also v.a. Stillen), bekommt die Gelegenheit zum Schlafen wenn er müde ist und gibt so also auch seinen Schlafrhythmus vor.

Wir machen also in den Augen der allermeisten Menschen so ziemlich alles falsch, was überhaupt nur möglich ist :) . Und die Auswirkungen dessen sind natürlich auch schnell gefunden: er schläft nicht durch, er schläft nicht alleine ein und wenn man ihn schlafend allein lässt, wacht er ca. nach 1 Stunde wieder auf.

Ich sage: das hat alles seine Richtigkeit. Und ich habe mir selbstverständlich auch prominente Unterstützung geholt. Wer Zeit und Lust zum Lesen hat: „In Liebe wachsen“ von Carlos Gonzalez.

Es war toll, dieses Buch zu lesen und zu sehen, dass das, was man intuitiv tut, auch gut so ist…

Hier also die Fakten und Argumente:

Bei voll gestillten Babys ist es höchst selten, dass sie das tun, was man im Allgemeinen als Durchschlafen bezeichnet, also 8-12 Stunden am Stück zu schlafen. Die meisten schaffen maximal(!) 4-6 Stunden am Stück (im englischen Sprachgebrauch gelten 6 Stunden übrigens als Durchschlafen). Das liegt ganz einfach daran, dass Muttermilch enorm gut verdaut wird, also auch ziemlich schnell. Eine Mahlzeit ist ungefähr nach 2 Stunden verdaut. Je kleiner das Baby, desto akuter ist der anschließend zwangsläufig wieder auftauchende Hunger. Das Baby muss also aufwachen um Nahrung aufzunehmen. Das nächtliche Stillen regt bei der Mutter zusätzlich vermehrt die Milchbildung an, so dass das kleine Kerlchen sich durch das nächtliche Aufwachen dauerhaft seine ihm zustehenden Portionen sichert. Babys haben zusätzlich auch einen ganz anderen Schlafrhythmus als Erwachsene, sie verbringen mehr Zeit im REM-Schlaf. Der leichte Schlaf ist bei Babys deshalb eigentlich so gewollt, weil die Kleinen manchmal Atemaussetzer haben können und wenn sie sich zu diesem Zeitpunkt in einem Tiefschlaf befinden würden, dann würden sie sehr wahrscheinlich nicht wieder aufwachen (plötzlicher Kindstod).

Das Baby weiß selbst ganz genau, wann es Hunger hat und Nahrung aufnehmen möchte. Das muss nicht jeden Tag zur selben Uhrzeit so sein, es wird auch nicht jedes Mal genau die gleiche Menge trinken. Unser Kinderarzt hat da mal so einen schönen Vergleich gebracht: „Die Menge Milch, die ein Säugling täglich zu sich nimmt, würde auf unser Körpergewicht hochgerechnet etwa 10 Liter Milch ergeben. Wie würden Sie die täglich zu sich nehmen?“ Jedenfalls nicht in 4 mal 2 Litern, oder zumindest nicht jeden Tag…

Ein Baby weiß noch nicht, dass jemand, der nur in einem anderen Raum ist, dennoch da ist (Objektpermanenz). Dazu kommt, dass es noch nicht in der Lage ist, seine auf ihn einströmenden Gefühle selbst zu regulieren, womit auch, es kann sie ja nicht sachlich erörtern und dann befinden, dass es eigentlich gar nicht nötig wäre Angst zu haben ö.ä. . Sehr wohl ist dem kleinen Wesen klar (wenn auch nicht auf einer bewussten Ebene, sondern instinktiv angelegt), dass die Anwesenheit der Eltern (in der ersten Zeit natürlich hauptsächlich der Mutter) als Quelle der Nahrung, Wärme und Liebe überlebenswichtig ist. Bei unseren Vorfahren wäre ein Baby, dass nicht zeitnah aufwacht, wenn es schlafend von der Mutter getrennt wird, zum Tode verurteilt gewesen.

Das Baby schreit, wenn es einen Missstand anzeigen will. Hunger, Schmerz, Müdigkeit, Alleinsein; denn es kann all das noch nicht allein bewältigen.Es schreit also, in der Hoffnung darauf, die Eltern mögen es hören und es von diesem Missstand befreien. Es schreit NICHT, weil es die Eltern schikanieren, oder ärgern will, auch nicht weil es nur testen will, ob jemand kommt. Das erfordert eine äußerst komplexe Gedankenleistung, die ein Säugling, bei aller Kompetenz, noch nicht vollbringen kann.

Werden die angezeigten Bedürfnisse befriedigt, entsteht daraus das sogenannte Urvertrauen. „Es wird sich um mich gekümmert, ich bin nicht allein und hilflos“. Wird auf das Schreien nicht oder nur eingeschränkt eingegangen, kann das Baby sich nie sicher sein, woran es ist, es kann nicht bedingungslos vertrauen.

Ein Baby, dass ja die Gefühle des Alleinseins noch nicht rational verarbeiten kann, braucht zum Einschlafen das Gefühl, dass es absolut sicher und geborgen ist. In diesem jungen Alter hat es das nur bei der Hauptbezugsperson. Stillen, im Arm wiegen, Umhertragen, Singen: all das vermittelt dem Baby diese Geborgenheit. Anmerkung in diesem Zusammenhang: Ferber persönlich hat in einem Interview die von ihm entwickelte (und nach ihm benannte) Methode (kontrolliertes Schreien-Lassen), auf der die meisten Schlaftrainings beruhen, nachträglich erst ab einem Alter von 1 Jahr freigegeben!

Soweit die Fakten, zum Schluss möchte ich noch ein paar Gedanken anfügen, die Bezug nehmen auf Sätze wie „wenn es ich da erst einmal angewöhnt hat, wird es das nie anders machen“, sei es nun das Einschlafen an der Brust, oder das Schlafen bei den Eltern:

Unsere Kinder haben Bedürfnisse, die sie uns mitteilen. Wenn sie ruhig und zufrieden sind, dann sind diese Bedürfnisse aktuell gestillt. Ein Missstand wird ehrlich und sofort angezeigt. Wird er dann zufriedenstellend behoben, ist das Kind wieder „in seiner Mitte“. Werden diese Bedürfnisse in der frühen Lebenszeit ausreichend befriedigt, wird das Kind irgendwann von ganz allein an den Punkt kommen, an dem es das Bedürfnis nicht mehr hat, weil es ausreichend „gesättigt“ wurde.

Jedes Kind kann irgendwann alleine einschlafen und jedes Kind will irgendwann in seinem eigenen Bett schlafen, jedes Kind stillt sich irgendwann ganz allein ab. Wann dieser Zeitpunkt kommt ist individuell so unterschiedlich, wie es die Kinder sind. Wir können Vertrauen in sie haben, dass sie es so handhaben werden, wie es für sie gut und wichtig ist. Wir müssen nicht herumerziehen nach Kriterien und Maßstäben, die irgendein Mensch mal aufgestellt hat und von denen man denkt, dass sie gesellschaftlich so erwünscht sind. Wir sollten unsere eigenen Maßstäbe häufiger daraufhin durchdenken, ob sie solche Werte enthalten, von denen wir uns eigentlich gar nicht genau erklären können, wie sie den Weg zu uns gefunden haben., weil es gar nicht unsere eigenen, intuitiven sind.Wir sollten unseren Kindern häufiger die Möglichkeit geben, in dem großen Feld, das vor ihnen liegt, den Weg zu finden, der sich unter ihren Füßen richtig anfühlt, statt ihnen immer einen Weg abzustecken und vorzugeben, den wir aus irgendwelchen Gründen für angemessen halten.

April 12, 2010

Es ist ja einemehr oder weniger anerkannte Tatsache, dass Frauen im Allgemeinen Schmerzen besser ertragen können, als Männer. Ich stelle hiermit darüber hinaus noch die Theorie auf, dass sich die Grenze der Schmerztoleranz nach einer Geburt noch weiter nach oben verschiebt. Das hört sich zwar wahnsinnig tapfer an, ist aber in Wahrheit vielleicht gar nicht so wahnsinnig sinnvoll, da der Schmerz auf diese Weise ja seine Alarm-Wirkung verliert (dann spielt man zum Beispiel mit einem Bänderrriss noch ein Turnier fertig…). Gleichzeitig würde es aber auch Sinn ergeben, da die Mutter dann ja in beinahe eder körperlichen Verfassung noch irgendwie in der Lage ist, ihr Kind zu versorgen. Das eigene körperliche Wohlbefinden rückt in den Hintergrund.

Sehr zweischneidig das Ganze…

Kinderkram

April 1, 2010

Eltern reden ja bekanntlich von nichts Anderem mehr, als ihrem Sprössling. Stillen, Schlafen, Stuhlgang, die berüchtigten drei “S”. ich habe das eigentlich immer für ein Klischee gehalten, muss aber mittlerweile zugeben, dass auch ich einen Großteil meiner Hirnkapazität auf das Nachdenken rund um unseren kleinen Knirps verwende. Und gelegentlich auch noch-nicht-Eltern damit strapaziere (es tut mir leid Karo!!! :) ), ohne es zu merken. Nun ja, ein Baby wird, spätestens wenn es auf der Welt ist, zum Mittelpunkt des persönlichen Universums und das ist ja eigentlich auch gut so. Man möge mir also verzeihen.

Es wird daher wohl niemanden hier verwundern, dass sich viele meiner Einträge mt “Kinderkram” im wörtlichen Sinne beschäftigen werden. Wens nicht interessiert, der muss es ja nicht lesen. Aber die Details zum Windelinhalt werde ich euch ersparen.

Viel interessanter in Sachen Kinderkram finde ich nämlich die Tatsache, dass ein Baby nicht nur für die frischgebackenen Eltern zur Sonne wird, sondern scheinbar auch für ihr gesamtes Umfeld. Und damit möchte ich mich nicht zu dem Phänomen äußern, dass man grundsätzlich erst NACH dem Baby begrüßt wird…

Man sagt ja “es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen” und ich habe immer mehr den Eindruck, dass dieser Satz vielmehr von den “Dorfbewohnern” geprägt wurde, als von den Eltern des Kleinen. Denn an jeder Ecke und bei jeder Gelegenheit bekommt man Tipps, Tricks und Kniffe rund um das Baby und seine Erziehung, ob man nun danach gefragt hat, oder nicht, spielt eigentlich gar keine Rolle. Natürlich ist das immer nur gut gemeint, und jeder “hilft” eben aus seinem persönlichen Erfahrungshorizont heraus. Mittlerweile bin ich auch dazu übergegangen, nett zu lächeln, ein “mhm” in meinen nicht vorhandenen Bart zu nuscheln und mir dann meine eigenen Gedanken zu machen (es sei denn, es handelt sich um Methoden, die meiner Meinung nach an Körperverletzung grenzen, DANN sage ich da auch etwas dazu, aber dazu an anderer Stelle mehr). Würde sich dieses Spielchen “nur” auf den Familien- und Freundeskreis beschränken, dann wäre das sicherlich auch kein Drama. Nun gibt es aber auch jede Menge mehr oder weniger professionelle Meinungen, und viele Eltern saugen das in sich auf, ohne Nachzufragen. Frei nach dem Motto “der ist Arzt, der weiß, was für mein Kind das Beste ist”.  Nun, schön wäre es, wenn man davon immer ausgehen könnte, aber die Sache hat leider zwei Haken. Erstens ist das, was Ärzte, Hebammen u.a. z.B. zum “Schlafen” sagen, bei weitem nicht immer eine professionelle oder wissenschaftlich fundierte Äußerung, sondern oft eben auch “nur” die eigene Erfahrung. Dass das so ist, kann man sich eigentlich schon aus der Tatsache herleiten, dass man bei 10 befragten Kinderärzten vermutlich mindestens 5 verschiedene Ansätze hören würde – es gibt also keine einheitliche Linie. Schwierig also, wenn man die Aussage eines Einzelnen als gesetzgebend betrachtet. Der zweite Haken besteht in der grundsätzlichen Bereitschaft, andere Menschen die Verantwortung für das eigene Kind übernehmen zu lassen. Ich meine “Verantwortung” hier im positiven, wie im negativen Sinne: Natürlich kann es angenehm anwirken, wichtige Entscheidungen einfach jemand anderen treffen zu lassen, im Zweifelsfall könnte man sich selbst dann ja nicht vorwerfen, falsch entschieden zu haben. Gleichzeitig vergisst man dabei aber seine eigene Kompetenz. Und vorallem lässt man sich das wundervolle Erlebnis, ein Kind großzuziehen, entgehen. Immer mit dem Hintergdanken, dass andere es bestimmt besser machen, als man selbst und das darum auch für das Kind das Beste ist, man hört auf die diversen Experten. Und wenn man sich die Berge an Literatur, die es allein zum Thema “Schlafen” gibt so betrachtet, dann kommt man sehr schnell zu dem Eindruck, dass den “Experten” durchaus daran gelegen ist, bei Eltern den Eindruck zu erwecken, ein sei Kind etwas, für das man eine Gebrauchsanweisung benötigt. Nun, ich denke: wenn das so wäre, dann wäre die Gebrauchsanweisung mitgeliefert worden. (Genauso wie die leidige Sache mit dem Schnuller: wenn ein baby wirklich einen Schnuller -als kleines Saugobjekt aus Plastik- brauchen würde, dann wäre es schon damit auf die Welt gekommen, aber auch dazu an anderer Stelle mehr… .)  tatsächlich denke ich: die Gebrauchsanweisung IST mitgeliefert worden! Nämlich in Form von Gefühlen, Instinkten und Intuition. Hört man auf die kleine aber kräftige Stimme in seinem Inneren, die sagt “mein Kind ist müde” dann ist das richtig und niemand anderes kann es besser wissen! Eltern -so sie keine Soziopathen sind- würden instinktiv das für ihr Kind Richtige tun. Würden ihnen nicht immer so wahnsinnig viele “Experten” einreden, dass sie unbedingt ihren Rat benötigen. Keine Mutter würde, wenn sie auf ihr Gefühl hört und darauf vertraut, ihr Baby schreien lassen, davon bin ich überzeugt. Es verursacht geistige und körperliche Schmerzen und das dringende Bedürfnis, etwas zu tun, damit es aufhört! Und wenn man mal evolutionsbiologisch darüber nachdenkt, dann wäre Babygeschrei völlig sinnlos (und da ist es nicht! Es ist immer ein Bedürfnis da, wenn ein Kind schreit!), wenn es nicht dazu führen würde, dass der Empfänger reagiert.

Jedes Kind ist individuell, genauso wie Eltern individuell sind. Aber in der Kombination wissen sie intuitiv, was gut ist. Wenn man kein gutes Gefühl bei einer Sache hat, dann soll man sie lassen. Das ist meine Meinung. Hört man auf die innere Stimme, dann erzieht man sein Kind, ganz ohne dass man es “erziehen” muss. Man braucht dazu keine Berge an Literatur zu wälzen oder sich einen persönlichen Erziehungsleitfaden abzustecken. Mit der Liebe zu seinem Kind ist der wichtigste Bestandteil schon vorhanden, alles andere entscheidet sich situativ. Aus dem Bauch heraus.

Tadaa!

März 31, 2010

Jap, ich bin jetzt auch stolze Inhaberin eines kleinen aber feinen Blogs… Und JA der Name ist natürlich geklaut! Aber nach langem Grübeln habe ich befunden, dass ein “Denkarium” einfach genau das ist, was dieser Blog für mich darstellt: Ein Ort, in den ich Gedanken ablegen kann, die mich bewegen. Um sie auf diese Weise a.) auszusprechen (denn nichts hilft besser als das), b.) zu sortieren und sie dann c.) später und durch den Austausch mit anderen wieder neu aufnehmen und weiterdenken zu können.

Meine Beiträge werden also einen fröhlichen Querschnitt durch meinen Kopf darstellen. Da gibts verdammt viele Gedanken! :)

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